Benjamin
Sohn der rechten Hand; oder Sohn des Südens — der Begünstigte, der Glückliche.
Etymologie & Herkunft
Benjamin leitet sich vom hebräischen בִּנְיָמִין (Binjamin) ab, einer Zusammensetzung aus בֵּן (ben, „Sohn“) und יָמִין (jamin, „rechte Hand“ oder „Süden“). In der hebräischen Kultur war die rechte Hand der Platz der Ehre und der Stärke, sodass „Sohn der rechten Hand“ Konnotationen des Gesegneten, Begünstigten oder Glücklichen trug. Eine alternative Lesart von jamin als „Süden“ — denn der Süden war die Richtung der rechten Hand, wenn man sich nach Osten zur aufgehenden Sonne wandte — verleiht dem Namen zudem eine geografische Dimension.
In der Hebräischen Bibel ist Benjamin der jüngste der zwölf Söhne Jakobs und der einzige, der in Kanaan und nicht in Mesopotamien geboren wurde. Seine Mutter Rachel starb bei seiner Geburt und nannte ihn Ben-Oni („Sohn meines Schmerzes“), doch sein Vater Jakob benannte ihn in Benjamin um — der hoffnungsvolle Name verdrängte den tragischen. Der Stamm Benjamin, der seinen Namen trug, gehörte zu den kriegerischsten der israelitischen Stämme und war jener Stamm, aus dem Saul, der erste König Israels, hervorging.
Kulturelle Geschichte
Benjamin gelangte über die alttestamentliche Tradition in den christlichen Gebrauch und war ab dem siebzehnten Jahrhundert besonders bei puritanischen Siedlern in England und Amerika beliebt, die hebräische Namen als Ausdruck schriftgemäßer Identität bevorzugten. Im kolonialen Neuengland gehörte er zu den häufigsten Jungennamen.
Im amerikanischen Kulturgedächtnis ist der Name unauflöslich mit Benjamin Franklin (1706–1790) verbunden, dessen Leben — Drucker, Wissenschaftler, Diplomat, Geistreicher — dem Namen einen besonderen Anklang von selbstgeschaffenem intellektuellem Charme verlieh. Der Spitzname Benny oder Ben dient zu jeder Zeit als die zwanglose Form, während der vollständige Benjamin stets seine formelle Würde bewahrt hat.
Varianten & Verwandte Namen
Schreibweisen & internationale Formen
Verwandte Namen
Berühmte Personen mit dem Namen Benjamin
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Benjamin Franklin Amerikanischer Universalgelehrter, Gründervater und Diplomat (1706–1790); Erfinder des Blitzableiters und der Bifokalbrille.
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Benjamin Britten Englischer Komponist (1913–1976), Gründer des Aldeburgh Festivals und Komponist von Peter Grimes und dem War Requiem.
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Walter Benjamin Deutsch-jüdischer Philosoph und Kritiker (1892–1940), dessen Essays über Kunst, Geschichte und Moderne in der Kulturtheorie weiterhin grundlegend sind.
Wusstest du schon?
Benjamin Franklin unterzeichnete sowohl die Unabhängigkeitserklärung (1776) als auch die Verfassung der Vereinigten Staaten (1787) — die einzige Person, die beide Gründungsdokumente unterzeichnete; eine Auszeichnung, die seinen Namen unabhängig von seinen biblischen Ursprüngen unvergesslich gemacht hätte.